Menstruelle Gesundheit als Chance: Stärkung von Textilarbeiterinnen in Bangladesch und Äthiopien durch gezielte MHM-Projekte.
DAS PROBLEM
Menstruelle Gesundheit im Textilsektor ist en strukturelles Hindernis. Die Menstruation ist für viele Textilarbeiterinnen mit erheblichen Hürden verbunden. Soziale Tabus und Stigmatisierung treffen auf eine harte wirtschaftliche Realität: Aufgrund extrem niedriger Löhne sind sichere Menstruationsprodukte für viele unerschwinglich. Dies zwingt Arbeiterinnen zur Nutzung unhygienischer Alternativen, was oft Infektionen und chronische Erkrankungen nach sich zieht.
Verschärft wird diese Lage durch die mangelhafte Infrastruktur vor Ort. In vielen Fabriken fehlen funktionale und sichere WASH-Amlagen (Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene) oder sind in unbrauchbarem Zustand, was die Hygiene während der Arbeitszeit zusätzlich erschwert macht.
DIE WIRKUNG
In Zahlen
0
beteiligte Fabriken
0
k+
Arbeiter*innen geschult, um Stigmatisierung zu verringern
0
+
Fabriken stellen dauerhaft kostenlose Menstruationsprodukte bereit
WAS WIR TUN
Unser Ansatz vor Ort
Unsere Projekte schaffen die Basis für ein würdevolles Arbeitsumfeld. Wir verbinden Infrastruktur mit Aufklärung, um Tabus dauerhaft zu überwinden und die Selbstbestimmung von Arbeiterinnen zu stärken. Unsere Schwerpunkte umfassen:
- Schulungen zu Menstruationsgesundheit (MHM) für die Arbeiter*innen und das Management.
- Modernisierung und Instandsetzung sanitärer Anlagen.
- Barrierefreier Zugang zu kostenlosen Hygieneprodukten.
Um den Wandel langfristig zu sichern, arbeiten wir eng mit den Fabrikleitungen zusammen und stärken deren Verständnis für die regelmäßige Reinigung, Wartung und Instandhaltung der WASH-Einrichtungen.
DIE WIRKUNG
Qualitativ
Botschafter*innen vor Ort
Fundiertes Wissen zur Menstruationshygiene wird zur gemeinsamen Stärke. Arbeiter*innen als „Agents of Change“ multiplizieren dieses Know-how in den Fabriken und ihren Gemeinden und stoßen so nachhaltige Veränderungen an.
Nachhaltiger Gesundheitsschutz
Der Zugang zu Hygiene-Kits und Menstruationsprodukten fördert die allgemeine Gesundheit und senkt Infektionsrisiken. Ein wichtiger Meilenstein: Drei Fabriken haben die kostenlose Ausgabe von Menstruationsprodukten bereits fest in ihren Betrieb integriert.
Wirtschaftliche Sicherheit stärken
In 90 % der Fabriken konnten krankheits- und infektionsbedingte Fehlzeiten gesenkt werden. Das schützt die Arbeiter*innen vor Verdienstausfällen und stabilisiert das Einkommen ihrer gesamten Familie nachhaltig.
Gleichberechtigung und Solidarität
Der offene Umgang mit dem Thema Menstruation hat Vorurteile abgebaut und den gegenseitigen Respekt gestärkt. Das fördert nicht nur das Selbstbewusstsein der Arbeiterinnen, sondern schafft eine neue Kultur der Solidarität und Gleichberechtigung in der gesamten Fabrik.
Wenn die Menstruation während der Arbeit einsetzt, haben wir keine andere Wahl, als Binden zu kaufen – die Fabrik stellt keine zur Verfügung. Wenn wir um eine Pause bitten, ist das zwar erlaubt, aber es wird von unserem verdienten Urlaub abgezogen. Die Schmerzen und das Unwohlsein werden oft unerträglich, trotzdem arbeiten wir weiter. Wir haben Angst davor, uns frei zu nehmen, weil wir uns die Gehaltskürzungen nicht leisten können. Oft fühlt es sich so an, als würden unsere Körper nach Ruhe verlangen, aber unsere Realität lässt das nicht zu, weil der Arbeitsdruck zu hoch ist. Es ist, als würden unsere Bedürfnisse keine Rolle spielen – nur die Arbeit zählt.
Beli Khatun
Näherin in Dhaka, Bangladesch
Verantwortung übernehmen: Fördern Sie Chancengerechtigkeit und Würde für die Frauen in Ihrer Lieferkette.
UNSERE MEILENSTEINE
Menstruationsgesundheit & -hygiene
Pilotprojekt in Bangladesch, 2024
Im Jahr 2024 führten wir das erste 6-monatige MHM-Pilotprojekt in Bangladesch durch und erreichten 2.500 Arbeiter*innen in 10 Fabriken in den Distrikten Dhaka und Gazipur.
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Folgeprojekt mit Datenerhebung in Bangladesch, 2025
Im Jahr 2025 verlängerten wir die Projektlaufzeit auf 9 Monate und ergänzten die Projektaktivitäten um eine Baseline- und Endline-Datenerhebung, begleitet von einem wissenschaftlichen Forschungsteam der LMU (DE) und der Universität Groningen (NL).
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Pilotprojekt in Äthiopien, 2025
Im Jahr 2025 führten wir auch das erste 6-monatige MHM-Pilotprojekt in Äthiopien durch und erreichten 2.125 Arbeiter*innen im Industriepark Bole Lemi in Addis Abeba.
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